Erinnerung(spolitik) und Versöhnung

 

“Keine Atempause
Geschichte wird gemacht
Es geht voran
Spacelabs fallen auf Inseln
Vergessen macht sich breit
Es geht voran”
(Fehlfarben 1980)

Was:

  • Erinnerung, Versöhnung und Vergangenheitsbewältigung mit besonderem Fokus auf die Große Proletarische Kulturrevolution Chinas
  • 1968 in China und Europa
  • Biographien von Frauen aus China
  • Politische Generationen in China/ Die politische Generation von Xi Jinping
  • Die Rolle von sog. „Public Intellectuals“ für politische Reformen in China

Wie:

  • Vorträge
  • Teilnahme an Podiumsdiskussionen
  • Moderation von Veranstaltungen in diesen Themenbereichen
  • Produktion und Angebot von Informationsmaterial (Kurzanalysen, Studien, Gutachten)

Statements:

Nach Abklingen der erhitzten Debatte um „Asiatische Werte“ scheint sich am Horizont der politischen Diskurse in der VR China eine neues Bündel diskursiver Stränge zu formieren, welches um die Themenblöcke Politische Theorie, Demokratisierungs-modelle, nationale Selbstbehauptung und politische Reform kreist. Besonders die Übersetzungen politologischer Klassiker und Liberalismustheorien in den 90er Jahren1 schufen die Voraussetzung, daß sich eine breite Debatte entwickeln konnte, und das in einem Land, welches gemeinhin als „totalitär“ beschrieben wird. (aus: Sausmikat, Der schwere Weg der Emanzipation vom ‚Hu Yaobang-Phänomen‘, 2000).

Demokratie als „Mittel“ und nicht als „Zweck“ – dieser historische „Mißbrauch“ von politischer Idee wird heute argumentativ als die Wurzel der Notwendigkeit zur Entwicklung einer „Demokratie mit chinesischen Charakteristika“ und damit als Argument gegen eine Übernahme westlicher Konzepte bzw. einer Warnung vor prodemokratischen Intellektuellen benutzt. (aus: Sausmikat, Der schwere Weg der Emanzipation vom ‚Hu Yaobang-Phänomen‘, 2000).

Der größte Fehler der Intellektuellen sei der kollektive Glaube, Freiheit heiße marktwirtschaftliche Freiheit. Dieser Liberalismus habe nichts mit Demokratie und Gleichberechtigung zu tun. Daher sieht Gan Yang die Notwendigkeit, sich mit dem Begriff „Freiheit“  auseinanderzusetzen. Gan stellte die Konzepte von „aktiver“ (oder positiver) und „passiver“ (oder negativer) Freiheit von Isaiah Berlin (1910-1998), Prof. der Politischen Philosophie in Oxford, schon Ende der 80er Jahre/Anfang der 90er in Zeitschriften wie Dushu und in „Das 21. Jh.“ (ershi yi shiji) vor.

Die chinesischen Intellektuellen teilt er, ein in Anhänger des Liberalismus bei gleichzeitiger Ablehnung der Demokratie, in Anhänger für die englische und gegen die französische Revolution und in Anhänger Edmund Burkes und gegen Rousseaus.29 1997 verwies Gan schon auf die neokonservativen Züge innerhalb des Liberalismus. (aus: Sausmikat, Der schwere Weg der Emanzipation vom ‚Hu Yaobang-Phänomen‘, 2000).

Während z.B. in Deutschland (…) das öffentliche Leugnen des Holocaust als ein Ausdruck der im Volk verankerten „Unfähigkeit zu trauern“ gedeutet wurden, als Verdrängung der Geschichte, so kann man das „öffentliche Leiden“ und die ritualisierte Form des Trauerns in China als eine spezifisch chinesischen Form der Kultur des Vergessens betrachten. (aus Sausmikat, Kulturrevolution, Diskurs und Erinnerung)

Nora Sausmikat zu Erinnerung(spolitik) und Versöhnung:

Nora Sausmikat anlässlich des 30. Jahrestages des Tiananmen Massakers 1989: Verordneter Patriotismus: in der VR China ist Erinnerung ein Regierungsinstrument (In: Iz3W Juli/ August 2019.).

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nora.sausmikat@ruhr-uni-bochum.de

 

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